Informationen für die Presse

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir - das sind mittlerweile fünf Schüler aus der 12. Jahrgangsstufe eines bayerischen Gymnasiums - haben uns bei der Zeugnisvergabe (Ausbildungsabschnitt 12-1) am vergangenen Mittwoch, 1. Februar sehr geärgert, als wir mitgeteilt bekommen haben, dass wir unsere Abiturnoten erst am 19. Juni, dem Montag nach den Pfingstferien erfahren werden. Tatsächlich ist es bereits das zweite Mal, das unser Abiturjahrgang benachteiligt wurde: uns wurde im Vergleich zu vielen anderen Jahrgängen eine Woche weniger Zeit zwischen schriftlichen Prüfungen und Kolloquien eingeräumt. Beides an sich sind verkraftbare Benachteiligungen, die wir so hingenommen hätten – viele andere bayerische Abiturienten sahen sich ebenfalls EINER der ungünstigen Entscheidungen ausgesetzt, nur wir sind ein Jahrgang bei dem seit vielen Jahren beide Einschnitte zutreffen: Sowohl nur eine Woche zwischen schriftlichen Prüfungen und Kolloquien und ein ungünstiger Termin für die Notenbekanntgabe.

Um kurz den regulären Termin für die Bekanntgabe zu erläutern: Es gibt keine gesetzliche Regelung (vgl. §§ 43 ff. GSO) die einen konkreten Termin festlegt. Per „Gewohnheitsrecht“ haben sich jedoch zwei Regelmäßigkeiten etabliert.

1.       Die Bekanntgabe findet an einem Freitag statt. Diese Regelung wurde seit vielen Jahren so durchgeführt.

2.       Die Bekanntgabe findet am Freitag der zweiten Kolloquiumswoche statt. Diese Regelung wurde, soweit es ging, durchgeführt.

Beide Regelungen zusammen ergäben für uns als Termin den 2. Juni 2017.

Nun kurz zu den daraus resultierenden Nachteilen für uns:

Durch die Bekanntgabe an einem Freitag wäre gesichert, dass eine Vorbereitungszeit für die Nachprüfungen von einem Wochenende dem Prüfling zusteht - nun hat man nur die sichere Aussicht auf mindestens einem Nachmittag zwischen Bekanntgabe und Nachprüfung. (Bei beiden Angaben ist die Mindestzeit angegeben.)
Während der zwei Pfingstferienwochen werden einige unserer Mitschüler in einer Zeit der Ungewissheit leben, die psychisch für den ein oder anderen tatsächlich negative Folgen haben kann: Durch Angst vom und Alpträumen über das Scheitern kann sich der bayerische Abiturient von 2017 in den Pfingstferien kaum erholen. Außerdem ist so eine Suche nach einer Alternativuniversität bei zu schlechtem Schnitt für einen N.C.-Studiengang zeitlich eingeschränkter und könnte durch eine frühere Bekanntgabe vereinfacht werden. Der Nachteil des späteren Abiturs in Bayern ist hier noch gar nicht mit eingerechnet.
Des Weiteren wird an einigen Schulen damit eine Tradition unterbunden: Seit vielen Jahren ziehen Schüler an jenem Freitag vor den Pfingstferien durch die Städte des Freistaats in Tracht und mit Blasmusik, um ihr Abitur zu feiern, im Anschluss findet eine Feier statt. Man kann also durchaus sagen, dass der verspätete Termin ein Hindernis für das Fortleben bayerischer Traditionen und Bräuche ist, denn sowohl das Ende der regulären Prüfungen wäre für uns ein seltsamer Termin durch das Feiern des Abiturs, ohne es zu haben, als auch der Montag (19.6.), der aus logischen Gründen für eine Feier gänzlich ungeeignet ist.

Einige Gegenstimmen betonten, dass der Termin nicht zentral herausgegeben wird und die Schulen für unser Anliegen zuständig wären. Uns wurde von unseren Oberstufenkoordinatoren mitgeteilt, dass sich die Schule an einen konkreten, bayernweiten Terminplan halten müsse und kein bayerischer Schüler zu einem früheren Zeitpunkt seine Note erfahren würde, also das Kultusministerium einen Termin festgelegt hat. Ich kann dabei nur die Aussagen unserer Oberstufenkoordinatoren zitieren, eine konkrete rechtliche Regelung konnte ich dazu nach ausgiebiger Recherche nicht finden, weitere Informationen hier: www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGSO-43.

 

Die rein juristischen Aussichten für unsere Petition sind nicht sehr reizend - rechtlich bindend ist die Petition bezüglich einer Änderung oder einer Abstimmung über eine Änderung nicht und ist aus rein praktischen Gründen zeitlich nicht mehr zu meistern.

Eine Änderung wäre daher nur aufgrund vom Druck der Schüler und Oppositionspolitikern denkbar. Unser Minimalziel ist eine ausführliche Äußerung des Kultusministeriums zum Sachverhalt.

 

Für Rückfragen verwenden sie bitte unten stehende Email-Adresse.

Wir bedanken uns für Ihr Interesse an unserer Position und Petition!

Start der Petition war am Sonntag, 5.2. gegen 15 Uhr.

 

Für die Petition Abi-Notenbekanntgabe am 2. Juni

Florian Bigelmaier

Mitinitiator